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Entwicklung des Welthandels

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Was denkst du, wie lange werden schon Güter über Landesgrenzen hinweg getauscht?

 

Handel über Landesgrenzen hinweg gibt es schon sehr lange. Bereits vor 2.000 Jahren wurden Gewürze, Tee oder Stoffe über die sogenannte Seidenstraße von China bis ans Mittelmeer gebracht. Diese Straße ist die älteste Handelsroute der Welt.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte nahmen die Handelsbeziehungen rund um den Globus immer weiter zu. Nach dem zweiten Weltkrieg und schließlich mit der Einführung der Container vereinfachte sich der Gütertransport in dramatischer Weise und der weltweite Warenhandel stieg in bislang unbekanntem Umfang an, wie die Grafik zeigt:

Entwicklung des weltweiten Handelsvolumens im Warenhandel von 1950 bis 2014 in Millionen US-Dollar

Voraussetzungen für den Welthandel

Ohne die Erfindung des Containers fehlten die technischen Voraussetzungen für einen umfassenden Welthandel.

Ohne Reedereien könnten nicht massenhaft Güter über die Meere und Ozeane verschifft werden.

Ohne die Hafenwirtschaft gäbe es keine Infrastruktur (Seehäfen), um Handelsschiffe abzufertigen, die Ladung zu löschen und weiterzutransportieren.

Ohne die Logistikunternehmen wäre der Transport, die Lagerung und der Umschlag der Welthandelswaren nicht möglich.

©Stockphoto mania/Shutterstock.com

Welthandel wäre also ohne diese Branchen gar nicht denkbar. Dies bedeutet natürlich auch, dass der Erfolg dieser Branchen wiederum stark von der Entwicklung des Welthandels abhängt. Wenn die Mengen an Gütern, die transportiert werden, abnehmen, spüren die Unternehmen das sehr deutlich.

Ein Beispiel für einen Einbruch des Welthandels ist die Weltwirtschaftskrise 2008.

Gründe für den Welthandel

Kaffeebohnen

Kann nicht einfach jeder das herstellen oder anbauen, was er benötigt? Was ist zum Beispiel mit Kaffee? Wo wachsen denn hier in Deutschland eigentlich Kaffeebohnen? Kurze Internetrecherche – Ergebnis: Kein Kaffeeanbaugebiet in der Nähe. Okay, kein Kaffee.

Dann wäre ein Stück Schokolade doch schön. Aber auch die Kakaobohne wächst nicht in Deutschland. Wir sind auf den Import dieser Rohstoffe angewiesen – zumindest wenn wir Kaffee trinken und Schokolade essen möchten.

 

Ein Grund für Welthandel ist also:

Verfügbarkeit
(nicht alle Güter sind überall vorhanden)

Ein weiterer Grund sind:

Kostenunterschiede
(bei der Herstellung von Gütern oder der Bereitstellung von Dienstleistungen)

Viele Güter sind günstig, weil Unternehmen sie in einem Land herstellen lassen, in dem die Kosten für die Produktion geringer sind.

Hierbei spielt z. B. eine Rolle, wie ein Land mit den Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital ausgestattet ist.

  • Land mit viel Boden: Herstellung von z. B. Getreide
  • Land mit viel bzw. im Vergleich günstiger Arbeitskraft: Herstellung von arbeitsintensiven Produkten

Arbeitsteilung rund um die Welt

Auch spielt dabei die internationale Arbeitsteilung und Spezialisierung eine große Rolle.

Güter werden häufig nicht mehr an einem, sondern an verschiedenen Orten hergestellt, wie das folgende Beispiel zeigt. Dies funktioniert, weil die Transportkosten so günstig sind, dass es sich lohnt, einzelne Produktionsschritte dort zu vollziehen, wo es jeweils am günstigsten ist.

 

Arbeitsteilung über Landesgrenzen hinweg am Beispiel der Produktion einer Jeans

HHLA_Globalisierug_Beispiel_Jeans.jpg

©HHLA

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen und die Kostenunterschiede in der Produktion erklären aber nicht alle Formen des Welthandels.

Eine große Rolle spielt heutzutage der
Intraindustrielle Handel.

Dieser beschreibt den Handel mit ähnlichen oder gleichen Gütern zwischen Industrieländern.

Ein Beispiel ist der Automobilmarkt. In Deutschland bieten Unternehmen vieler Länder ihre Autos zum Verkauf an und konkurrieren mit den deutschen Unternehmen. VW, Mercedes, BMW und Co. sind wiederum auch auf ausländischen Märkten aktiv. Diese Art des Handels macht heute mit 75 % den weitaus größten Teil des Welthandels aus.